• Verena Mischitz

Wir bekommen, was wir wählen

Was haben Jair Bolsonaro und Scott Morrison gemeinsam? Beide halten den Kimawandel für Humbug. Beide sprechen sich gegen Umweltschutz und für die Interessen der Industrie aus. Und: Beide sind demokratisch rechtmäßig gewählte Politiker.

Die Klimakatastrophe in Australien spitzt sich zu. Bisher sind etwa 10 Millionen Hektar Land abgebrannt, eine Fläche, größer, als die Brände der letzten 15 Jahre zusammen. Für die nächsten Wochen ist kaum Linderung prognostiziert. In Brasilien sieht die Lage ähnlich aus. Allein 2019 gab es knapp 90.000 Brände - rund ein Drittel mehr als im Jahr zuvor.


Der Grund: Durch die voranschreitende Klimakrise steigen die Temperaturen, diese befeuern die Brände. Der ausbleibende Regen verschlimmert die Lage. In Australien sind es aber auch vor allem die mangelnden Klimaschutzmaßnahmen. Der Regierung wird von Seiten der Bevölkerung als auch von Expertinnen und Experten Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Zur Erinnerung: Premierminister Scot Morrison gönnte sich zum Höhepunkt der Brände einen Familienurlaub auf Hawaii.


In Brasilien wird dem Klimaschutz ähnlich wenig Platz eingeräumt. Hinzu kommt die absichtliche Vernichtung des Regenwaldes durch Brandrodung. Anstatt gegen die Feuer anzukämpfen, unterstützt Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro weiterhin die die gezielte Abholzung, um Weideland zu gewinnen.


Die Menschen in den betroffenen Gebieten sind wütend. Wütend auf eine Politik, die sich ausschließlich für die Interessen der Industrie einsetzt. Brenne, was wolle.


Business as usual


Was bei dieser Debatte jedoch oft außer Acht gelassen wird, ist die Fähigkeit jener, die sich über die Politik ihres Landes beschweren, diese auch verändern zu können. Alles auf die böse Wirtschaft zu schieben, wäre zu einfach, sich nur auf die verwerflichen Machenschaften der Industrie zu stürzen, greift zu kurz.

Denn Unternehmen können sich nur in den vorgegebenen Rahmenbedingungen des Rechtsstaates bewegen, ihre Vorteile ausmerzen, bis ihnen das Gesetz im Weg steht. Und diese Gesetze macht bekanntlich die Politik.

"Wir werden uns nicht auf unbesonnene Klimaziele einlassen und traditionelle Industrien aufgeben, wodurch australische Arbeitsplätze gefährdet würden, obwohl die Ziele keinen bedeutsamen Einfluss auf das globale Klima haben" - Australiens Priemierminister, Scott Morrison

Scott Morisson setzt seither auf eine harte Asylpolitik. Mit den Migrantinnen und Migranten soll am besten der Klimawandel auch draußen bleiben.

Wenn Bolsonaro und der australische Premier lieber Großgrundbesitzer und Kohlekonzerne besuchen und unterstützen, als sich um die Umweltkatastrophe im eigenen Land zu kümmern, dann ist das wenig verwunderlich – Dafür wurden sie gewählt.


Wer nicht will, dass die Umwelt den Industrieinteressen geopfert werden, Großunternehmen ihre Profite durch Steuerbegünstigungen ausweiten oder soziale Absicherung zum Luxus wird, kann das mit einem Kreuz kundtun. Das gilt für Europa ganz gleich, wie für Australien und Brasilien.


Wenn das Leben der Menschen und die Erhaltung der Natur vor ihrer Zerstörung stehen soll, können wir das beeinflussen.Klimaschutz bedeutet nicht nur seine Lebensgewohnheiten zu ändern und Posts von Ökoinfluencern auf Instagram zu linken. Klimaschutz bedeutet politisches Engagement.

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