Unser Wald: Kulturschatz im Klimawandel

Während sich das weltweite Durchschnittsklima seit Beginn der Industrialisierung um 0,9 Grad Celsius erwärmte, sind die Folgen in Österreich deutlich weitreichender. Ein mittlerer Anstieg der Temperatur um 1,9 Grad werden in der Alpenrepublik gemessen – mit gravierender Auswirkung auf eines der wertvollsten natürlichen Ressourcen des Landes: den Wald.


Die 2018 durchgeführte österreichischen Waldinventur ergab, dass 47,9 % der gesamten Landesfläche mit Wald bedeckt ist, Tendenz steigend – noch. Dies führt nicht nur zu erhöhter Lebensqualität der Bevölkerung aufgrund seiner Erlebnis- und Erholungsfunktion, sondern macht ihn auch gleichzeitig zu der größten Kohlenstoffsenke des Landes: 958 Millionen Tonnen sind in den Bäumen und Waldböden gespeichert. Das entspricht etwa der 10-fachen Menge am jährlich in ganz Österreich ausgestoßenen CO2.

Der Klimawandel jedoch stellt eine der größten Herausforderungen für Försterinnen und Förster dar, denn die veränderten klimatischen Bedingungen bedeuten auch veränderte Standortbedingungen für die einzelnen Baumarten.


Wald ist nicht gleich Wald


Je nach Höhenlage können sich Wälder ganz unterschiedlich entwickeln, aus diesem Grund ist es wichtig, zu differenzieren.

Durch die Erwärmung verschiebt sich etwa die Baumgrenze nach oben, was für den Bewuchs in höheren Lagen zwar durchaus positiv sein kann, jedoch Begleitprobleme wie das Almensterben mitbefördert.


Etwas kritischer ist die Situation in tieferen Lagen. Lange Trockenperioden im Sommer und heftigere Niederschläge im Winter werden die Artenzusammensetzung grundlegend verändern. Besonders die Fichte, die mit 50 prozentigem Anteil des Waldbestandes die häufigste Baumart Österreichs darstellt, ist unter diesen Bedingungen speziell gefährdet. Als Flachwurzler ist sie nicht in der Lage, während einer niederschlagsarmen Phase tief im Boden Wasser zu fördern. Dieser Wassermangel führt zum Absterben des Baumes. Auch die erwarteten meteorologischen Extrembedingungen werden zukünftig einen großen Einfluss auf die heimischen Forste haben: Enorme Windstärken überspannen die Stabilität der Wälder und können zu Windbruch bzw. sogar Windwurf führen. Ebenso können starke Schneefälle können zu Schneebruch oder Schneeschub führen.


Füllhorn für Schädlinge


Schädlinge mit wechselwarmem Organismus, wie z.B. der Borkenkäfer, entwickeln sich unter wärmeren Bedingungen schneller und nisten häufiger. Dadurch, dass die Abwehrkräfte der Bäume durch die Trockenheit sowieso geschwächt sind, fallen sie den Insekten noch leichter zum Opfer. Auch invasive Arten, die durch den globalen Warenverkehr eingeführt werden, können sich leichter ausbreiten.


Hoffnung für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer


Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sind jedoch mit diesen Sorgen nicht allein gelassen, denn die Forschung sucht intensiv nach Lösungen, um den neuen Ansprüchen der Pflanzen gerecht zu werden. Experimentiert wird unter anderem mit Baumarten, die aus wärmeren Regionen der Erde stammen und ob sich diese in die heimischen Ökosysteme integrieren lassen können.


Quelle: bmnt.gv.at, bfw.ac.at

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