• Verena Mischitz

Sauer macht nicht immer lustig

Das Meer versauert. Der Ausstoß der Treibhausgasen hat nicht nur Auwirkungen auf Luft und Temperatur, sondern auch auf die Ozeane und ihre Bewohner. Aber was bedeutet das genau und betrifft das uns Menschen überhaupt?

Die Ozeane sind CO2-Senken. Täglich nehmen sie etwa 20 Millionen Tonnen des Treibhausgases auf. Durch die Absorption werden die Schadstoffe aus der Luft gefiltert und im Wasser gespeichert.


Doch die Treibhausgase in den Ozeanen lassen den ph-Wert sinken. Sie werden saurer.

In den letzten Jahrzehnten ist der Wert von 8,2 auf 8,1 gefallen. Was erstmal nach nicht viel klingt, hat enorme Auswirkungen auf das Leben in den Meeren. Vielen Pflanzen, allen voran die Korallen, kommen mit dem erhöhten Säurewert schwer zurecht. Sie drohen auszusterben.


Tote Meere


Was aber ist schon dabei, wenn ein paar Pflanzen und Tiere aussterben? Was ändert sich bei einer minimal verringerten Anzahl? Das hat negative Konsequenzen für alle Lebewesen unter Wasser: Stirbt eine Art, können sich die nächsthöheren in der Nahrungskette nicht mehr ausreichend ernähren und fortpflanzen. Dann stirbt auch diese Art aus und so weiter und so weiter. Aber auch die höchsten in der Nahrungskette sind betroffen. Seit Jahren wird um das Überleben der Wale gekämpft. Denn auch wenn sie in ihren Lebenräumen keine tierische Konkurrenz haben, wird das Ökosystem zerstört. Die Überlebenschancen sinken ohne natürlichen Feind.


Die Einzigen, die von dem erhöhten Säuregehalt profitieren sind Algen. Das ist aber nicht unbedingt gut. Denn durch ein erhöhtes Algenwachsum kann es zur Altrophierung kommen, die Gewässer kippen und werden zu toten Zonen. Weil die Algen für ihre Vermehrung auch einen erhöhten Sauerstoffbedarf haben, sinkt auf der Sauerstoffgehalt im Wasser, was sich erneut negativ auf andere Tier- und Pflanzenarten auswirkt. Forscherinnen und Forscher des neuesten IUCN-Berichts vermuten hunderte solcher Zonen in den nächsten Jahrzehnten in unseren Ozean.


Was heißt jetzt sauer?


Zurück zum CO2: Übersteigt der Treibhausgehalt in den Meeren ein bestimmtes Maßkommt es zur Sättigung. Sind also so viele Treibhausgase im Meer gespeichert, dass keine mehr aufgenommen werden können, beginnen die Ozeane dieses überschüssige Gas wieder an die Atmosphäre abzugeben. Sie verwandeln sich von einer CO2-Senke zu einem CO2-Emittenten.


Auch der Mensch bleibt von diesen Entwicklungen nicht unberührt. Durch das Sterben in den Meeren, wird es bei gleichbleibenden Bedingungen zu Einbußen in der Fischerei kommen.

Kann der Nahrungmittelbedarf nicht mehr gedeckt, Arbeitsbereiche überflüssig und durch den steigenden Meeresspiegel Gebiete unbewohnbar werden, wird den Menschen in Küstenregionen ihre Existenzgrundlage entzogen. Die genauen Auswirkungen sind bisher schwer abschätzbar.


Sind die Ozeane gesättigt, wird CO2 in die Atmosphäre abgegeben, ganz gleich wie viele Gase durch den Menschen emittiert werden. Die Chance eines internationalen Beschlusses für eine CO2-neutrale Zukunft wurde auf der COP25 vergangene Woche abermals vertan. Die Wissenschaft drängt, die Zeit vergeht, die Meere werden saurer.


Quellen: ipcc.ch, derspiegel.de

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