• Verena Mischitz

5 Wahrheiten hinter 5 Klimamythen

Viele fahren über die Weihnachtsfeiertage zu ihren Familien. Es wäre so ruhig und besinnlich, wäre da nicht der Onkel, der sich sicher ist, dass wir absolut nichts mit der Klimaerwärmung zu tun haben. Alles Panikmache! Hier sind fünf Gegenargumente für die hartnäckigsten Klimamythen.


#1: Den menschgemachten Klimawandel gibt es nicht.

Ein Mythos, der sich seit Jahren hält und vor allem durch Donald Trump zu neuen Höhen gelangte (er behauptete, der Klimawandel sei eine Erfindung der Chinesen) ist die These, dass der Mensch mit dem Klimawandel überhaupt nichts zu tun habe. Ganz so einfach ist es dann nicht. Seit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert stieg die durchschnittliche Temperatur auf der Erde um etwa 0,9 Grad Celsius, in Österreich sind es sogar 1,9 Grad. Das ist zu 63 Prozent auf den Ausstoß von CO2 zurückzuführen. Dieser ist heute um 40 Prozent höher als vor der Industrialisierung. Wir sind also nicht nur mitschuldig, sonder dafür verantworlich.


#2: Österreich als kleines Land kann nichts verändern.

Die größten Veruracher der Klimakrise sind nach wie vor die USA und China. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass Österreich sich in seinen SUVs ausruhen kann. Denn während die Emissionen seit den 1990er Jahren im EU-Schnitt um 22 Prozent gesunken sind, sind sie in Österreich um 5 Prozent gestiegen. Im Klimaschutzvergleich muss sich Österreich hinter China und Brasilien einreihen (siehe Grafik unten). Schweden hat nur etwa 1,3 Mio. Einwohner mehr als Österreich und ist Vorreiter im Klimaschutz. Seine Vorbildwirkung ist nicht zu vernachlässigen. Es macht also sehr wohl einen Unterschied, ob sich ein kleines Land für oder gegen eine lebenswerte Zukunft entscheidet.

Weltweites Klimaschutz-Ranking © APA, Quelle: Germanwatch

#3: Es bringt überhaupt nichts, seinen Lebensstil zu ändern.

"Die Öko-Hippies wollen uns unseren Wohlstand stehlen! Sie nehmen uns unser Fleich und unsere Autos!" Naja, um das Klima zu schützen und die Erderwärmung zu begrenzen müssen nicht alle Vegetarier werden. Die individuelle Verhaltensänderung macht jedoch sehr wohl einen Unterschied. Wir haben in einer Demokratie und vor allem auch mit unseren Kaufeintscheidungen einen Einfluss auf die gesellschaftlichen Entwicklungen. Werden mehr nachhaltige Produkte gekauft, steigt auch das Angebot. Würden alle in Österreich auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, würde die CO2-Bilanz anders aussehen. Das ist natürlich nur schrittweise möglich. Das individuelle Handeln kann jedoch Druck auf die Politik ausüben. Wären die Klimastreiks so unbedeutend, würde nicht alle Welt über Klimaschutz reden.


#4: Greta Thunberg ist nur eine PR-Marionette.

Greta Thunberg ist das Gesicht der Klimabewegung. Für viele KlimawandelleugnerInnen ist sie zur Zielscheibe des Hasses geworden. Für ihre GegnerInnen will sie die Industrie zerstören un eine Öko-Diktatur aufbauen. Was Thunberg tatsächlich macht, ist die Erkenntnisse der Umwelt- und Klimawissenschaft in die Welt zu tragen. Sie fordert die Politik zum Handeln auf, macht auf die Dringlichkeit des Klimaschutzes aufmerksam. Dass sie zu ihrer Popularität nicht ohne Hilfe kam, ist unumstritten. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache dass Thunberg weniger die Industrie zerstören, als viel mehr System verändern und grüner machen will - im Namen der Wissenschaft.

Und wer all seinen Hass und Frust an einem 16-jährigen Mädchen auslassen muss, sollte sich kurz rückbesinnen und sich ein paar Gedanken über sich selbst machen.


#5: Die Klimakrise betrifft uns gar nicht.

Der Meeresspiegel steigt, aber Österreich liegt nicht am Meer. Die Wüstengebiete breiten sich aus, aber das ist in Afrika. Zwei Grad mehr, was macht das schon? Sehr viel. Auch Österreich ist von der Klimakrise betroffen und das zu einem verheerendem Ausmaß. Durch die Erwärmung schmelzen die Gletscher, der Permafrost taut auf - es kommt zu einer Destabilisierung der Böden. Es häufen sich Überschwemmungen und Murenabgänge. Die Auswirkungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Während Oberösterreich vor allem an einer Borkenkäferplage leidet, ist Kärnten vermehrt von Dürren betroffen. Wien wird zur Sauna und Schigebiete bleiben ohne Schnee. Wer also weiterhin seine Schwünge durch den Pulverschnee ziehen will, sollte sich um das Klima sorgen.


Die Klimakrise ist kein leichter Brocken für die Diskussion am Familienfest. Vielleicht bringen diese Facts jedoch ein wenig Weihnachtsfrieden.


Quellen: ec.europa.eu, Greenpeace-Bericht

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