• Verena Mischitz

20-20-20 Ziele: Erfolg oder Fehlschlag?

Die Europäische Union hat sich bis 2020 verbindliche Klima- und Energieziele gesetzt. Wie sehen diese Ziele überhaupt aus und wurden sie von den Mitgliedsstaaten erreicht? Ein Resumee zu Jahresbeginn.

20-20-20


Um der Klimakrise entgegenzuwirken, anstatt sie weiter zu befeuern, haben sich die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten 2007 auf ein Klima- und Energiepaket geeinigt, das mit Anbruch dieses Jahres umgesetzt werden soll. Neben einer Minimierung der Treibhausgase, soll auch die Energie in Europa effizienter und grüner werden.


Treibhausgasemissionen

Ein Kernelement der Ziele ist die Senkung der Treibhausgasemissionen. Die EU sieht eine Minimierung um 20 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 vor. Die Zahlen variieren jedoch von Mitgliedsstaat zu Mitgliedsstaat. In Österreich war eine Reduzierung um 16 Prozent gegenüber 2005 vorgesehen.


Erneuerbare Energien

Des Weiteren sollen ab heuer 20 Prozent der benötigten Energie in der EU aus erneuerbaren Energien kommen. Damit soll der Anteil an erneuerbaren Quellen im Vergleich zu 2010 mehr als verdoppelt werden, der lag vor zehn Jahren noch bei 9,8 Prozent.

Auch der Verkehr soll grüner werden. Zehn Prozent erneuerbare Energien wurden für den Verkehrssektor festgelegt. Auch hier wurde für Österreich ein indivuduelles Ziel vereinbart: Bis 2020 sollen 34 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen.


Energieeffizienz

Ein weiteres Ziel ist die Verbesserung der Energieeffizienz um 20 Prozent. Was soviel bedeutet, dass 20 Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden sollen. Das betrifft sowohl die Erzeugung und Übertragung, als auch die Verteilung und den Verbrauch.


Wozu das Ganze?


Die beschlossenen Ziele stellen natürlich Maßnahmen dar, um die globale Klimakrise zu beschränken. Darin liegt jedoch nicht das Hauptaugenmerk dieses Klima- und Energiepaketes. Nach der offiziellen Europa-Website liegt der Nutzen für die Mitgliedsstaaten ganz woanders:


Mit der Umsetzung des Paketes wird eine Erhöhung der Energieversorgungssicherheit der EU erwartet. Das heißt: Mehr erneuerbare Energien in der EU verrringern die Abhängigkeit von außereuropäischen Energieimporten.

Durch die 20-20-20-Ziele sollen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Wie das passieren soll, ist nicht weiter definiert.


Bewahrheiten sich die Prognosen, wäre dies der Beweis, dass Klimaschutz ein wesentlicher Faktor für eine effiziente und erfolgreiche Wirtschaft ist. Die Ziele versprechen nämlich ein umweltfreundliches, ökonomisches Wachstum, sowie eine Ausweitung der Wettbewerbsfähigkeit der EU.


Österreich: Umgesetzt oder gescheitert?


Bei den Treibhausgasen hat Österreich das Ziel eindeutig verfehlt. Statt den CO2-Ausstoß zu senken, ist dieser in den letzten drei Jahren ganz im Gegenteil zum europäischen Schnitt sogar gestiegen. Mit einem Ausstoß von 51,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten (Stand: 01/2019) liegt das Land über dem gesteckten Zeil von 48,7 Millionen.


2017 hatte Österreich laut dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) einen Anteil an erneuerbaren Energien von 32,6 Prozent. Da keine aktuelleren Zahlen vorliegen, ist ist nicht sicher, ob das Ziel von 34 Prozent erreicht wurde. Es fehlt jedenfalls nicht viel. Weil aber der allgemeine Energebedarf in den letzten Jahren gewachsen ist, stieg auch der Anteil an fossilien Energieträgern um 5,4 Prozent.


Vereint wird die Umsetzung der Ziele mit dem 2015 in Kraft getrenenen Energieeffizienzgesetz (EEffG). Demnach soll der Gesamtenergieverbrauch in Österreich 1.050 PJ (Petajoule) betragen. Für 2017 wurde jedoch ein Wert von 1.130 ausgewiesen. Demnach ist die Erreichung des 2020-Ziels im Bereich der Energieeffizienz laut der Monitoringstelle der Austrian Energy Agency als "unwahrscheinlich einzustufen".


Sieht man sich jetzt noch die Ziele an, die im Energie- und Klimasektor bis 2030 zu erreichen wären, hat Österreich noch viel Arbeit vor sich. Aber das ist eine andere Geschichte.


Quellen: Monitoringreport

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