• Verena Mischitz

18,3°C in der Antarktis. Alles cool?

Kürzlich haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschafler in der Forschungstation "Esperanza" in der argentinischen Antarktis 18,3 Grad Celsius gemessen - der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1961. Warum das ungewöhnlich ist und es Grund zur Sorge gibt.

Durchschnittlich hat es im Winter an den Küsten der Antartktis -20 bis -30 Grad Celsius. Im Landesinneren können die Temperaturen auf bis zu -70 Grad Celsius sinken. Nur selten werden im Sommer Werte über dem Gefrierpunkt gemessen. Damit ist die Antarktis der kälteste Kontinent der Erde.


Doch die Klimakrise hinterlässt ihre Spuren. Nach den Daten des „Oak Ridge National Laboratory” erwärmt sich weltweit keine Region schneller als die Antarktis. Das 2-Grad-Ziel der Pariser Klimakonvention wurde hier bereits überschritten. 0,12 Grad beträgt der durchschnittliche Temperaturanstieg in einem Jahrzehnt.


Why is that?


Die schnelle Erwärmung hat einerseits mit den veränderten Windbedingungen zu tun.

Durch bestimmte Hoch- und Tiefdruckgebiete ergibt sich das Klima in den Polarregionen. Geraten diese aus dem Gleichgewicht, hat das Auswirkungen auf das Klima. Die minimalen Druckunterschiede beeinflussen den Polarjet, den von Westen nach Osten verlaufenden, schleifenförmigen Windgürtel rund um die Pole.


Die erhöhte Temperatur führt dazu, dass sich die Schleifen des Windes vergrößern und so warme Luft weiter in den Norden und kalte Luft weiter in den Süden transportiert wird. Die kalte Luft, die zur Eisbildung benötigt wird, zieht also weiter in den Norden ab. Der Prozess kommt aus der Balance.


Aus Wasser wird...noch mehr Wasser


Aber es gibt noch eine weiter Ursache: Warmes Wasser. Immer wärmer werdendes Meerwasser umspült die Eisberge und Gletscher der Polregionen und bringt sie damit zum Schmelzen. Gibt es weniger Eis, kann weniger Sonnenstrahlung reflektiert werden - Die Schmelze wird erneut beschleunigt. Aber da kommt noch mehr: Durch die erhöhten Lufttemperaturen beginnt auch das Eis von selbst zu schmelzen. Werden die Eisschichten mit Schmelzwasser umspült, verstärkt sich der Prozess von selbst.


Jährlich schmelzen so fast 159 Millarden Tonnen Eis in der Antarktis. Bleibt die Lage unverändert, wird sich der Südpol um weitere drei Grad erwärmen und uns steht ein Anstieg des Meeresspiegels um 27 Zentimeter bis 2070 bevor. Das haben Forscherinnen und Forscher in einer 2018 veröffentlichen Studie im Nature Magazin berechnet.


"Doomsday"-Gletscher


Und dann gebe es da noch den Thwaites-Gletscher in der Antarktis, der von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern selbst als "Doomsday Glacier" bezeichnet wird. Diese gehen nämlich davon aus, dass wenn dieser gigantische Eisberg mit einer Fläche von etwa 165.000 Quadratkilometer (das entspricht etwa der zweifachen Fläche Österreichs) ins Meer rutscht, der Meeresspiegel erheblich einsteigen wird.

Weltuntergangsgletscher wird er deshalb genannt, weil ein Einbrechen laut Forschungen kaum mehr aufzuhalten ist. Derzeit wird untersucht, ob der Kipppunkt bereits erreicht ist.


Quellen: umweltbundesamt.de, sueddeutsche.de, br.de,

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